Effizienter Umgang mit Fläche

 

Der Indikator Siedlungsdichte

Der Indikator Siedlungsdichte zeigt wie viele Einwohner auf einem Hektar (oder Quadratkilometer) Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) wohnen. Der Indikator zeigt also, wie effizient in einer Gemeinde mit Fläche umgegangen wird. 

In der gesamten BRD beträgt die Siedlungsdichte durchschnittlich 20 EW/ha SuV. NRW hatte 2005 eine Siedlungsdichte von 24 EW/ha SuV. Hier wird wieder die stark städtische Struktur des Landes deutlich. Auch der Vergleich der 5 Regierungsbezirke zeigt: Städtische Regionen haben eine höhere Flächeneffizienz als Ländliche: So hat der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 30,5 EW/ha SuV die höchste Siedlungsdichte des Landes und beheimatet die Stadt mit der höchsten Siedlungsdichte in NRW: Mohnheim am Rhein.


Siedlungsdichte in NRW

Jedoch gibt es auch in NRW Kommunen, mit so niedrigen Siedlungsdichten, wie beispielsweise in peripheren Bereichen Brandenburgs. Die Kommunen mit der meisten Siedlungs- und Verkehrsfläche pro Einwohner der 5 Regierungsbezirke sind Hallenberg, Stemwede, Weeze, Dahlem und Hopsten.

Andererseits gibt es in NRW zahlreiche hochverdichtete Städte, die ähnliche Siedlungsdichten aufweisen wie Berlin (54 EW/ha SuV) oder Hamburg (39 EW/ha SuV). Die dichtest bewohnten Städte der 5 Regierungsbezirke NRWs sind: Herne, Bielefeld, Monheim/Rhein, Bonn und Gladbeck.

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 Siedlungsdichten

 EW pro Hektar SuV 

  NRW  

 Reg.-Bez.

 Arnsberg  

 Reg.-Bez.

 Detmold 

 Reg.-Bez.

 Düsseldorf 

 Reg.-Bez.

 Köln 

 Reg.-Bez.

 Münster 

 Niedrigste SD 

  4,9

 7,0

 7,9

 6,6

 4,9

 8,8

 Durchschnittliche SD

  24,3

 24,1

 18,0

 30,5

 25,7

 20,4

 Höchste SD

 45,4

 44,3

 30,8

 45,4

 44,4

 35,0

 

Flächeneffizienz 1995 bis 2005: etwas mehr Menschen auf viel mehr Siedlungsfläche

In ganz NRW sank zwischen 1995 und 2005 die Siedlungsdichte. 1995 lebten noch 26,1 Einwohner auf einem Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche. 2005 waren es 1,7 EW weniger: 24,3 EW/ha SuV. Dies obwohl die Einwohnerzahl von 1995 bis 2005 um 165 000 gestiegen ist (plus 0,9 %). Die Siedlungs- und Verkehrsfläche ist aber viel stärker gewachsen. Sie hat NRW-weit um 8,2 % zugelegt.

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Die Gemeinden Vreden, Haan, Beelen, Wachtendonk, Altena, Heilgenhaus, Weeze und Kranenburg, die kreisfreie Stadt Mönchengladbach und die Städte Haan, Mettmann, Erkrath und Herten haben ihre Flächeneffizienz um mehr als 4,5 EW/ha SuV gesenkt. Allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen:

schlechtere Flächeneffizienz trotz höherer Einwohnerzahl 

in Kranenburg, Weeze, Vreden, Beelen und Wachtendonk sank die Flächeneffizienz trotz wachsender Einwohnerzahl. Dort wurden neue Baugebiete realisiert, in denen die Einwohner pro Kopf mehr Fläche verbrauchen als die Einwohner in den älteren Baugebieten. Dabei war die Flächeneffizienz in diesen Gemeinden ohnehin schon schlecht:

 Ort

 Flächeneffizienz 2005

Abnahme der Effizienz 1995 - 2005 

 Flächenverbrauch

 Kranenburg

 10 EW/ha SuV

 -8,7

 + 113 %

 Weeze

 6,6 EW/ha SuV

 -8,4

  +155 %

 Wachtendonk

  8,2 EW/ha SuV

 -6,9

  + 99 %

 Beelen

 12,8 EW/ha SuV

 -6,3

  + 64 %

 Vreden

 11,8 EW/ha SuV

 -5,2

  + 46 %

 NRW

 24,3 EW/ha SuV

 -1,8

  + 8 %

Auch in anderen Regionen wurde verschwenderisch mit Fläche umgegangen. So haben die Gemeinden folgender Kreise die Flächeneffizienz ihres Kreises gesenkt:

Bei 20 000 zusätzlichen Einwohnern haben die Gemeinden der Kreise Kleve ihre Flächeneffizienz um 2,7 EW/ha SuV gesenkt. Ähnlich die Gemeinden des Kreises Paderborn ( um 1,8 EW/ha SuV) und Rhein-Erft-Kreis ( um 1,7 EW/ha SuV).

  • Bei 10 000 bis 16 000 zusätzlichen Einwohnern haben die Gemeinden der Kreise Rhein-Neuss-Kreis (-2,4 EW/ha SuV), Wesel (-1,6 EW/ha SuV) und Warendorf (-1,6 EW/ha SuV) ihre Flächeneffizienz um den genannten Wert gesenkt.

Dass auch eine andere Strategie möglich ist, zeigt der Kreis Steinfurt: Dort wurden 30 000 zusätzliche Einwohner so untergebracht, dass die Siedlungsdichte um 0,15 stieg.

Verdichtete Städte: Senkung der Flächeneffizienz durch Abwanderung

In den Kernstädten und städtisch geprägten Kommunen sank die Flächeneffizienz vor allem aufgrund der Einwohnerverluste - Einwohner die diese Städte an ihr Umland verloren, wo sie mehr Fläche verbrauchen als die Stadtbewohner. Ihre Herkunftsstädte selbst, haben nur relativ wenig Fläche verbraucht.

 Ort

Flächeneffizienz 2005

 Abnahme der Effizienz 

 Flächenverbrauch 

 Bevölkerung 

 Altena

27 EW/ha SuV

 -6,9

 + 6 %

 -3.600 EW

 Erkrath

41 EW/ha SuV

 -4,9

 + 7 %

 -2.100 EW

 Herten

 30 EW/ha SuV

 -4,5

 + 8 %

 -4.400 EW

 NRW

 24 EW/ha SuV

 -1,8

 + 8 %

 +165.000 EW

 

hier kommen noch Kreise mit ähnlichen Daten

Abwanderung und Flächenverbrauch

Schließlich gibt es eine Dritte Gruppe Städte, die ihre Flächeneffizienz durch Abwanderung und hohen Flächenverbrauch verschlechtert haben. Dies sind: Heiligenhaus, Haan und  Mönchengladbach.

 Ort

 Siedlungsdichte 

 Effizienzabnahme

 Bevölkerung

 Flächenzuwachs

 Heiligenhaus

 31 EW/ha SuV 

 -7,2

 -1.700  EW

 + 15 %

 Haan

 26 EW/ha SuV

 -6,2

 -560 EW

 + 30 %

 Mönchengladbach

 31 EW/ha SuV

 -5,9

 -5.300 EW

 + 16 %

Ganz ähnlich ist die Situation bei Mettmann: Dort wurde die relativ gute Flächeneffizienz um 4,7 auf 31 EW/ha SuV verschlechtert durch lediglich 890 zusätzliche Einwohner bei 17,5 % SuV-Wachstum.



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Förderhinweis

Auf diesen Unterseiten zum Freiraumschutz sind auch Ergebnisse aus dem Projekt "Zukunftsfähige Flächennutzung in Nordrhein-Westfalen" eingeflossen, das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

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