Viele Gemeinden verfolgen mit der Ausweisung von Bauland das Ziel, ihre Einnahmen zu erhöhen. Sie nehmen an, dass sie zusätzliche Einwohner und damit Steuerzahler in ihr Gemeindegebiet ziehen können. Diese Gleichung stimmt aber nicht mehr: Einerseits werden weniger Einnahmen generiert als erwartet, andererseits sind die Ausgaben (für Kommune und Privathaushalte) größer als vermutet.
Niedrigere Einnahmen als erwartet
Eine Studie der Raumplanungsämter Aargau, Basel-Land und Solothurn in der Schweiz zeigte dass mehr Einfamilienhäuser nicht mehr Steuereinnahmen generieren.
Weniger Zuzügler
In die Neubauten ziehen großteils Einwohner, die bereits zuvor in der Gemeinde wohnten. Ihr Steueraufkommen kam der jeweiligen Gemeinde schon vor dem Umzug zugute. Zudem werden Einfamilienhäuser häufig über Kredite finanziert, aufgrund deren die "neuen" Eigentümer Steuerabzüge geltend machen können. Für die Gemeinde gehen Steuereinnahmen verloren.
Höheres Einkommen heißt nicht höheres Steueraufkommen
Obwohl das durchschnittliche Einkommen von Steuerpflichtigen, die in Villen und freistehenden Einfamilienhäusern leben höher ist als das durchschnittliche Einkommen der Bewohner von Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern, bedeutet dies kein höheres Steueraufkommen.
Bezieht man nämlich das Einkommen auf die genutzte Fläche, so wendet sich das Verhältnis: Das Einkommen und das Steueraufkommen sind um so höher, desto dichter eine Fläche bebaut und bewohnt ist. Eine Fläche mit dichter Bebauung erbringt ein Vielfaches des Steueraufkommens der gleichen Fläche mit Einfamilienhäusern oder Villen.