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BoAplus in Niederaußem

 

Kessel:                                   2 x 550 MW

Dampfturbine:                        1 x 1.100 MW

Wirkungsgrad:                        ca. 45 %

Biomasse-Mitverbrennung:     bis zu 700.000 t/a

Kraft-Wärme-Kopplung:          - 

Kühlsystem:                           Hybridkühlturm (100 m Höhe) + Schornstein

CO2-Ausstoß:                         im Vergleich zu den stillzulegenden

                                              4 x 300MW-Blöcken reduziert sich der

                                              CO2-Ausstoß um rund um rund 30%

                                              (insges. von 28 Mio. auf 25 Mio. t/a)

Flächenverbrauch:                  23 Hektar

Investition:                             1,5 Mrd. Euro

mögliche Inbetriebsetzung:    2017 / 2018

 

BUND kritisiert RWE-Kraftwerkspläne für Niederaußem

„Energieerzeugungstechnologie von vorgestern“ / Biomasse-Mitverbrennung ist „grober Unfug“

 

07.10.2011 - Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die heute von der RWE Power AG vorgestellten Pläne zum Neubau zweier Braunkohlenkraftwerksblöcke in Bergheim-Niederaußem. Diese seien kein Beitrag zum Klimaschutz und passten nicht in ein zukunftsfähiges Energiesystem.

 „Braunkohlenkraftwerke sind eine Energieerzeugungstechnologie von vorgestern“, sagte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND in NRW. „Selbst mit Wirbelschichttrocknung liegen die Wirkungsgrade dieser Kraftwerksdinosaurier bei maximal 45 Prozent. Eine Kraft-Wärme-Kopplung scheidet für die geplanten zwei 550-Megawatt-Blöcke aus. Braunkohle ist und bleibt der klimaschädlichste Energieträger, der zudem nur unter Inkaufnahme gravierender Ewigkeitsschäden gewonnen werden kann. Dass RWE Power zudem jährlich bis zu 700.000 Tonnen holzartiger Biomasse mitverfeuern will, ist grober Unfug.“ Anstatt 1,5 Milliarden Euro in nicht zukunftsfähige Energiestrukturen zu investieren, müsse RWE Power endlich den Weg ebnen für die Umstrukturierung der Region. Das Braunkohlezeitalter müsse ein Ende haben. Wer jetzt neue Braunkohlenkraftwerke plane, fordere zudem implizit den Aufschluss neuer Tagebaue.

Gleichzeitig erinnerte der BUND daran, dass RWE Power bis heute die im Zuge der Genehmigung des Braunkohlenplans Garzweiler II getroffenen verbindlichen Zusagen zur Stilllegung von Altanlagen missachte. Mit der Inbetriebnahme des ersten 950 Megawatt-BoA-Blocks in Niederaußem sei kein Altkraftwerk vom Netz gegangen. Somit sei die Stromerzeugungskapazität im Rheinischen Braunkohlerevier um 10 Prozent erweitert worden. Auch die Stilllegung von zwölf 150-MW-Blöcken im Zusammenhang mit dem Bau von BoA 2/3 in Grevenbroich-Neurath sei noch nicht vollends vollzogen.

Zudem weigere RWE Power sich beharrlich, die zur Verstromung eingesetzte Kohlemenge zu reduzieren. „So bleibt es bezüglich der absoluten Kohlendioxid-Emissionen bei einem Nullsummenspiel“, kritisiert Jansen. „Eine Tonne Braunkohle produziert bei der Verstromung unabhängig vom Wirkungsgrad des Kraftwerks unweigerlich eine Tonne CO2.“ Dass Ziel der Landesregierung, auch im Braunkohlenrevier bis zum Jahre 2050 zu einer CO2-Minderung von 80 bis 95 Prozent zu kommen, sei nur durch eine drastische Verringerung der Braunkohlenförderung und –verstromung erreichbar.

 

Den Regionalrat Köln forderte der BUND auf, die angestrebte Regionalplanänderung erneut abzulehnen. Ein Kohlekraftwerk an diesem Standort verstoße gegen die Vorgaben der Landesplanung.

 

 

Alle Infos zum Kraftwerk Niederaußem finden Sie ...hier

Schon jetzt Klimakiller Nr. 1 in Europa: Niederaußem; Foto: D. Jansen

 

Zweiter Anlauf zur Regionalplanänderung

Die für Braunkohlekraftwerke in Niederaußem reservierten Flächen sollen nicht ausgeweitet, der Regionalplan nicht abgeändert werden. Dies steht im Beschluss des Regionalrats Köln vom Juni 2007, der mit Stimmern von CDU und Grünen verabschiedet wurde und ein deutliches Signal gegen den Neubau der Blöcke in Niederaußem sendet.

Zwei Monate später beschloss der Stadtrat Bergheim eine von der CDU eingebrachte Stellungnahme, die sich für die Fortführung des Verfahrens zur Kraftwerkserweiterung und für die entsprechende Änderung des Regionalplans aussprach.

Ohne  Änderung des Regionalplans und einen darauf aufbauenden Bebauungsplan kann es auch keine immissionsschutzrechtliche Kraftwerksgenehmigung geben. Daher jetzt im Oktober 2011 der zweite Anlauf von RWE.

Ob eine Regionalplanänderung allerdings erfolgen kann, ist mehr als fraglich. Der Landesentwicklungsplan sieht an dieser Stelle kein Kraftwerk vor. Ohne ein so genanntes Zielabweichungsverfahren könnten keine von den Vorgaben der Landesplanung abweichenden Planungen fortgeführt werden. Da eine Zielabweichung aber die Grundzüge der Landesplanung massiv beeinträchtigen würde, wäre eine solche unzulässig.

 

RWE erfüllt Vertragsleistungen nicht

RWE hatte 1994 der Landesregierung Nordrhein-Westfalens als Vorraussetzung für die Genehmigung des Braunkohletagebaus Garzweiler II 1994 vertraglich zugesichert, für Kraftwerkserweiterungen Altanlagen in gleicher Größe abzuschalten. Für die bereits im Jahr 2002 durchgeführte Erweiterung des Braunkohlekraftwerks in Niederaussem ist dies noch nicht geschehen, und auch andere Verpflichtungen des Vertrags wurden von RWE nicht erfüllt.

Ertüchtigung statt Stilllegung

Im Februar 2008 hat RWE den Genehmigungsantrag für die Ertüchtigung von zwei alten Kraftwerksblöcken in Niederaußem gestellt und in der Folge auch gegen den Widerspruch des BUND genehmigt bekomme. Die Feuerungswärmeleistung der Kraftwerksblöcke G und H wurde von vormals jeweils 1.744 MW thermisch auf 1.845 MW erhöht werden. Nach erfolgter Ertüchtigung werden diese Blöcke aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bis mindestens 2020 am Netz bleiben – von der 1994 vertraglich zugesicherten Stilllegung ist also nichts zu sehen.

BUND gegen Braunkohletagebaue

Um die neuen Kraftwerksblöcke mit Brennstoff zu versorgen, baut RWE im Tagebau Hambach Braunkohle ab. Für diesen Tagebau werden in den nächsten Jahrzehnten weitere Dörfer abgerissen. Dagegen kämpft der BUND und das mit anderen Umweltverbänden gegründete Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle". Ziel: die Zerstörung von weiteren Naturflächen und Dörfern durch Braunkohletagebaue zu verhindern und den Neubau von Braunkohlekraftwerken zu stoppen.



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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