13. März 2009
Mit Mahnwache gegen Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf

Der BUND übergab mehr als 2.500 Protestschreiben
Stadtwerke missachten Bürgerwillen / EnBW-Chef verweigert Gespräch
Mit einer Mahnwache am Rande der Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Düsseldorf AG untermauerten UmweltaktivistInnen heute in Düsseldorf ihre Forderung nach dem Stopp aller Kohlekraftwerksplanungen in der Landeshauptstadt. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Düsseldorfer Aktionsbündnis „Sauberer Strom am Rhein – ASTR(H)EIN“, die Klima-Allianz NRW und weitere Verbände forderten die Stadtwerke auf, den bei der Bezirksregierung Düsseldorf vorliegenden Genehmigungsantrag für das Kraftwerk zurückzuziehen und die Hängepartie um das umstrittene Projekt damit offiziell zu beenden.
Vorab war bekannt geworden, dass die von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) majorisierten Stadtwerke trotz des ablehnenden Beschlusses des Stadtrates vorerst weiterhin am Bau des umstrittenen Kohleblocks C festhalten wollen. Offenbar soll die endgültige Entscheidung bis nach der Kommunalwahl herausgezögert werden.
Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte der BUND mehr als 2.500 Protestschreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Düsseldorf AG, EnBW-Chef Hans-Peter Villis, geschickt. Darin wurde der Stopp aller Kraftwerksplanungen gefordert. Die geplante persönliche Übergabe der Schreiben an Villis scheiterte allerdings an der Verweigerungshaltung des EnBW-Vorstandsvorsitzenden.
Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter und Initiativen-Sprecher: „Die Stadtwerke und deren Mehrheitseigner scheuen offenbar den Bürgerwillen. Im stillen Kämmerlein und über die Köpfe der Betroffenen hinweg soll über ein Projekt entschieden werden, dass die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ablehnen und das gravierende negative Auswirkungen für die ganze Stadt hätte. Jetzt rächt sich der Verkauf der kommunalen Stadtwerke-Anteile an den Energiemulti.“
Bei einer Realisierung des 400 Megawatt-Steinkohlenkraftwerks würden mit jährlichen CO2-Emissionen von mehr als 2,5 Millionen Tonnen nicht nur alle Düsseldorfer Klimaschutzziele, sondern auch die Luftreinhalteplanung torpediert. Trotz vermeintlich moderner Filtertechnik würde der Kohleblock jährlich 160 Tonnen extrem gefährlicher Feinstaubpartikel und einen Mix gefährlicher Schwermetalle und radioaktiver Substanzen ausstoßen. Dabei sei das Kraftwerk für die Düsseldorfer Stromversorgung vollkommen überflüssig und untergrabe die notwendige Energiewende. Allein durch Energiesparen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Einsatz hocheffizienter Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung könnte den Anforderungen an eine zukunftsfähige Energieversorgung Rechnung getragen werden.
Mehr Infos: www.duesseldorf-astrhein.de