1. Februar 2010
NRW-Äcker bleiben auch im Jahr 2010 gentechnikfrei
BUND: Landesregierung muss Farbe bekennnen
"In diesem Jahr gibt es in Nordrhein-Westfalen keinen Anbau von genmanipulierten Pflanzen“, so die Einschätzung des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bis zum heutigen Tage vermeldet das amtliche Standortregister keine Anbaufläche in NRW. Da eine solche Meldung jedoch bis spätestens drei Monate vor der Aussaat gesetzlich vorgeschrieben ist, geht der BUND davon aus, dass die NRW-Äcker im Jahr 2010 gentechnikfrei bleiben. Während das nationale Anbauverbot für den Genmais 810, der vor wenigen Jahren mehrfach im Münsterland angebaut wurde, noch gerichtsanhängig ist, hat die Gen-Kartoffel Amflora, deren Anbau die schwarz-gelbe Bundesregierung ausdrücklich fördern möchte, noch keine EU-Zulassung. Zugleich erscheint es höchst unwahrscheinlich, dass es wie in den Vorjahren in Werne / Kreis Unna eine so genannte Freisetzung, also einen Forschungsanbau gibt.
Der BUND begrüßt diese Entwicklung, warnt jedoch davor, sich in falsche Sicherheit zu wiegen: „Die Bundesregierung möchte erklärtermaßen die Gentechnik voranbringen, die NRW-Landesregierung unterstützt dieses und der westfälisch-lippische Bauernverband setzt sich im Schulterschluss mit der Agroindustrie für verstärkte Importe gentechnisch veränderter Futtermittel ein“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW. Er sieht in der Gentechnikfreiheit der Landwirtschaft ein „hohes Gut“ und einen Standortvorteil, den es zu bewahren und verteidigen gelte. Die kürzliche Markteinführung der ‚fairen Milch’ in 1500 REWE- und Tegut-Filialen in Süddeutschland zeige, wie Gentechnikfreiheit und angemessene Erzeugerpreise für die Bauern zusammengeführt werden können. Die im Herbst vorgestellte Züchtung einer konventionell gezüchteten Stärkekartoffel zeige erneut, dass auch ohne riskanten Einsatz von Gentechnik gute züchterische und wirtschaftliche Erfolge möglich sind. Der BUND ruft die Landesregierung auf, diese Art der Züchtung massiv zu unterstützen und vor der anstehenden Landtagswahl klar Farbe zu bekennen, wo sie in Sachen Gentechnik-Landwirtschaft steht.