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27. Mai 2010

„Landwirtschaft muss dem Hochwasserschutz dienen“

Hochwasserschutz am Rhein

 

 „Das Hochwasser an Oder und Weichsel muss Mahnung auch für Nordrhein-Westfalen sein, endlich den dringend erforderlichen Hochwasserrückhalt im Rheineinzugsgebiet zu forcieren“, forderte Paul Kröfges, NRW-Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Durch die Umverteilung landwirtschaftlicher Fördergelder müssten die Landwirte für Hochwasserschutzmaßnahmen gewonnen werden.

Der BUND griff damit die Kritik des baden-württembergischen Landesrechnungshofes auf, wonach der Bau von Hochwasserrückhaltepoldern am baden-württembergischen Oberrheinabschnitt um Jahrzehnte im Rückstand sei. In seinem Bericht vom April 2010 hatte der Rechnungshof die viel zu geringe Mittelbereitstellung für eine schnelle Umsetzung der Hochwasserrückhalteplanungen moniert. Gleiches gelte aber auch für die übrigen Rheinanlieger, so der BUND. Anlässlich einer Fachtagung der BUND-Arbeitsgruppe Rhein einem Gremium aller rheinanliegenden BUND-Landesverbände, kritisierten die Experten, dass Hessen sogar völlig abgelehnt habe, an seinem Rheinabschnitt Rückhalteflächen zu schaffen. Auch in Rheinland-Pfalz sei man in Verzug. Im Ergebnis leide darunter vor allem Nordrhein-Westfalen. Aber auch in NRW sei man trotz einiger positiver Ansätze bei der Schaffung von Rückhalteräumen ebenfalls in Verzug. 

 

Die Umweltschützer vom BUND mahnten die Landesregierungen in den vier Rheinanliegerländern, die Chancen für die Revitalisierung der Rheinauen beim Hochwasserrückhalt nicht länger zu vernachlässigen. „Früher konnten sich die Hochwasserwellen des Rheins in den breiten Auen totlaufen, sagte BUND-Chef Kröfges. „Aus Hochwasser muss wieder Breitwasser werden. Breite Auen sind die beste Hochwasserversicherung.“ 

 

Auch in Nordrhein-Westfalen müssten dringend weiter Deiche zurückverlegt und naturnahe Überflutungsflächen geschaffen werden. Doch dies scheitere meist an der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. „Die landwirtschaftliche Förderpolitik muss endlich neu ausgerichtet werden“, forderte deshalb der BUND-Landesvorsitzende. Künftig dürften Agrarsubventionen nur noch an Betriebe gehen, die auch Leistungen im öffentlichen Interesse erbringen. Die extensive landwirtschaftliche Nutzung in Hochwasserrückhalteräumen müsse wieder wirtschaftlich lukrativ werden. Nur so könnten Landwirte gewonnen werden, sich aktiv an Hochwasserschutzmaßnahmen zu beteiligen.

 




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