22. Januar 2010
Atomkraftgegner und Umweltschützer kritisieren Atompolitik
Autobahn-Aktionstag Ahaus-Duisburg-Jülich / BUND NRW fordert „AKWs sofort abschalten“!
Düsseldorf/Münster/Ahaus - Am morgigen Samstag werden Anti-Atomkraft-Initiativen sowie Umweltverbände und –gruppen gemeinsam mit einem Autobahn-Aktionstag „Dem Castor entgegen“ vom Zwischenlager Ahaus über die Atommüll-Konditionierungsanlage Duisburg-Wanheim zum Forschungszentrum Jülich gegen Atommülltransporte nach Ahaus und für den sofortigen Atomausstieg demonstrieren. Beteiligt sind unter anderem die BI „Kein Atommüll in Ahaus“, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Klimabündnis Niederrhein sowie zahlreiche lokale Initiativen und Parteiverbände.
"Die Atomenergie ist unbeherrschbar, sie ist eine Technologie, die die gesamte Biosphäre bedroht", so Claudia Baitinger vom BUND NRW. "Deshalb rücken wir von unserer Forderung nach sofortigem Abschalten aller AKWs keine Handbreit ab und rufen den Verantwortlichen zu: Schützt uns - nicht die Atomkraft! Wir freuen uns, dass es bundesweit zu einer kraftvollen Renaissance des Widerstandes gekommen ist, zumindest diesen „Erfolg“ kann sich die schwarzgelbe Politik in Land und Bund auf ihre Fahnen schreiben."
"Der Atomgipfel bei Kanzlerin Merkel zeigt, dass die Atomdebatte eine völlig falsche Richtung einschlägt. Es darf nicht um Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke gehen, sondern um den sofortigen Atomausstieg. Längere Laufzeiten blockieren die dringend überfällige Energiewende in Deutschland. Gleichzeitig sollen die angekündigten Atommülltransporte nach Ahaus den falschen Eindruck erwecken, die Entsorgung des Atommülls sei geregelt – das Beispiel ASSE zeigt, dass dies ein fataler Irrglauben ist.
Wir rufen deshalb insbesondere die Menschen in Duisburg und Jülich dazu auf, morgen mit uns für die Stilllegung der Atommüll-Konditionierungsanlage Duisburg und gegen Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus zu demonstrieren,“ ergänzt Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.
Rüttgers und CDU begehen atompolitischen Wortbruch!
Die Atomkraftgegner erinnern zudem daran, dass die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag im Jahre 2004 unter ihrem damaligen Chef Jürgen Rüttgers folgenden Entschließungsantrag eingebracht hat: "Ein erneuter Atommülltransport ist der Bevölkerung in Ahaus und Umgebung solange nicht zumutbar, wie die Frage der Endlagerung für Deutschland ungeklärt ist" (Landtagsdrucksache 13/5243). Doch nun sollen ohne diese Klärung Castoren aus Jülich sowie schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Duisburg, Jülich, Karlsruhe und ganz Deutschland nach Ahaus rollen. „Das ist ein klarer Wortbruch von Jürgen Rüttgers und der CDU gegenüber den Menschen im Münsterland. Daran werden wir die Landesregierung in den kommenden Monaten ständig erinnern,“ so Felix Ruwe.
Ablauf des Aktionstags:
Ab 9 Uhr: Sammeln des Autokonvois am Ahauser Bahnhof
10 Uhr: Abfahrt aus Ahaus über die A 31, A 2 und A 3 bis Abfahrt Duisburg-Wedau, dann über städtische Straßen nach Duisburg-Wanheim
12 Uhr: Kundgebung und Demonstration an der GNS-Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg-Wanheim, Friemersheimer Straße
ca. 13.15 Uhr: Weiterfahrt über die A 3, A 52, A 44, A 57, A 46, A 44 bis Abfahrt Jülich-Ost.
ca. 14.15 Uhr: Sammeln und Begrüßung durch örtliche Initiativen an der Abfahrt Jülich-Ost (A44), dann Umrundung des Forschungszentrums Jülich
15 Uhr: Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz Jülich, danach Rückfahrt nach Ahaus
Hinweis an die Redaktionen: Für Rückfragen heute sowie während des Autobahn-Aktionstags stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:
Felix Ruwe (BI Ahaus, Tel. 0171/7937926),
Willi Hesters (Aktionsbündnis, Tel. 0151/12702596)
Matthias Eickhoff (Aktionsbündnis, Tel. 0176/21689429)
Claudia Baitinger (BUND, Tel. 02369/24296)
Weitere Infos: www.kein-castor-nach-ahaus.de , www.bi-ahaus.de , www.sofa-ms.de
Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ist ein regionales Netzwerk von Anti-Atomkraft-Initiativen und Einzelpersonen. Beteiligt sind: BI „Kein Atommüll in Ahaus“, AKU (Arbeitskreis Umwelt) Gronau, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, „Sektor A“ Gescher, BI Umweltschutz Hamm, MEGA (Menschen gegen Atomanlagen) Waltrop, Telgte-Links-Ab